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Erstmals seit Einführung der Pflegeversicherung wurde das Pflegegeld und der Zuschuss zu den Sachleistungen eines Pflegedienstes erhöht. In drei Stufen werden sich die Leistungen der Pflegeversicherung ab dem 1.7.2008 erhöhen. Ab 2015 soll dann eine Anpassung alle 3 Jahre erfolgen.

Pflegegeld ist eine Geldleistung

Anstelle der Pflegepersonen, die Pflegebedürftigen von den Pflegekassen als sogenannte Pflegesachleistung zur Verfügung gestellt werden, können die Versicherten die Geldleistung wählen. Hier wird ein monatlicher Betrag dem Pflegebedürftigen zur Verfügung gestellt, der damit die selbst beschaffte, private Pflegeperson bezahlen kann. Die Höhe des monatlichen Pflegegeldes ist von der Pflegestufe abhängig.

Pflegegeld und Sachleistungen in der häuslichen Pflege

Ziel der Pflegeversicherung ist es, hilfebedürftigen Menschen und ihren Familien zu helfen, möglichst lange ein selbst bestimmtes Leben im liebgewordenen Zuhause zu führen. Dabei wurden 3 prinzipielle Szenarien zugrunde gelegt.

Szenario 1 (Pflegesachleistung)
Ein Mensch ist pflegebedürftig und die Pflege kann nicht von Angehörigen oder anderen nahe stehenden Personen erbracht werden. Der Betroffene ist darauf angewiesen, die Hilfen von einem zugelassenen Pflegedienst zu beziehen. Diese Leistung wird in der Pflegeversicherung Sachleistung genannt.

Szenario 2 (Pflegegeldleistung)
Ein Mensch ist pflegebedürftig und wird von seinen Angehörigen und/ oder anderen nahe stehenden Personen ehrenamtlich gepflegt. Der Betroffene verfügt also über ein soziales Netz. Um dieses soziale Netz nutzen und alle Hilfen organisieren zu können, unterstützt die Pflegeversicherung den Hilfebedürftigen mit Geld, das sogenannte Pflegegeld. Das Pflegegeld dient dazu, der Familie und Freunden Kosten zu ersetzen, die durch die Hilfeleistungen entstehen und sich im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erkenntlich zeigen zu können.

Szenario 3 (Kombinationsleistung)
Ein Mensch ist pflegebedürftig und die Familie kann einen Teil der Hilfen selbst leisten, für einen anderen Teil benötigt sie die Unterstützung durch einen Pflegedienst. Es liegt also eine Kombination aus ehrenamtlicher Unterstützung und professioneller Dienstleistung vor. Entsprechend wird eine "Kombi-Leistung" von Pflegegeld und Sachleistung gewährt.


Seit 1995 hat sich die Höhe der gewährten Leistungen für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung nicht verändert. Die Lebenshaltungskosten sind jedoch gestiegen. Diesem Umstand hat der Gesetzgeber nun Rechnung getragen.

Damit können Sie ab dem 1.7.2008 rechnen:

ab 1.7.2008

ab 1.1.2010

ab 1.1.2012

ab 1.1.2015

Stufe I

420 (215)*Euro

440 (225)* Euro

450 (235)* Euro

468 (244)* Euro

Stufe II

980 (420)* Euro

1040 (430)* Euro

1100 (440)* Euro

1144 (458)* Euro

Stufe III

1470 (675)* Euro

1510 (685)* Euro

1550 (700)* Euro

1612 (728)* Euro

* Die Zahlen in Klammern geben die Höhe des Pflegegeldes an.